--------------------------------------------------------------------------------------- Verein für Höhlenkunde Sierning --

Verein für Höhlenkunde Sierning

--- Jahresbericht 2019 ---


zusammengestellt: Eduard Knoll

2019




Teilnehmer


Verm.

2.1.

Labyrinthhöhle im Eisernen Bergl

Kurz nach dem Jahreswechsel starten wir bei leider sehr schlechten Wetterverhältnissen zur zweiten Forschungstour in die „Labyrinthhöhle im Eisernen Bergl“. Der Eingang war zugeschneit und so bedurfte es etwas Grabungsarbeit um in die „Umkleidekabine“ zu gelangen. Im Team tauschten dieses Mal Stefan und Daniel Neudeck die Plätze, wodurch wir wieder fünf Mann waren. Team 1 (Heli, Martin und Stefan) startet die Vermessung mit dem letztens erkundeten Zusammenschluss der Elefantengänge (VP ER7 mit E25). Danach nahmen sie sich weitere kleinere Seitengänge vor, um dann die zweite größere Abzweigung bei VP ER8 zu erkunden. Hier gibt es nach der ersten Kurve eine Fortsetzung nach oben, die aber nach kurzer Kletterei zu Ende ist. Eine weitere Fortsetzung zieht in die Tiefe und konnte länger mit einigen kleineren Kletterstellen bis zum Ende nach unten verfolgt werden. Die horizontale Fortsetzung schlägt einige Hacken, verläuft aber im Wesentlichen in Richtung Süden und steigt dabei kontinuierlich leicht an. Bei einer steilen Kletterstelle ist aber vorerst ohne Bohrausrüstung Ende. Team 2 (Max und Christoph) machte sich an die Fortsetzung der letzten Tour im Untergeschoss der Elefantengänge (VP E62-7d). Nach einem kurzen Abseiler (ca. 8 m) erreichten wir den horizontalen Teil, der sich aber schlussendlich nicht ganz so groß wie die Ebene darüber erwies. In die eine Richtung war schon nach wenigen Metern Schluss, in die andere Richtung wurde es durch Lehmverstopfung immer enger. Am Ende sind zwar noch Fortsetzungen in zwei Richtungen erkennbar, hier wären aber massive Grabungsarbeiten notwendig. Neben dem horizontalen Teil führten aber auch noch drei parallele Röhren tiefer hinunter, die zum Glück später in einen gemeinsamen größeren Gang münden. Diesen Gang folgten wir noch einige Meter bis zu einem großen Schacht (ca. 20 m). Zwar gibt es hier auch eine horizontale Fortsetzung, mangels Zeit und Seil beendeten wir aber an dieser Stelle bei VP EU27. Eine weitere Fortsetzung gegenüber der ersten Abseilstrecke (VP EU1) nach oben blieb vorerst ebenfalls unerforscht. Das schlechte Wetter hatte sich mittlerweile weiter ausgetobt und so marschierten wir bei widrigsten Bedingungen zurück zur Wurzeralm. Da wir spät aber doch lernfähig sind, hatten wir dieses Mal ein GPS-Gerät dabei, wodurch zumindest die Wegfindung einwandfrei funktionierte. Kurz nach 22.00 Uhr waren wir dann wieder am Ausgangspunkt bei der Talstation Wurzeralm.

Die neue Gesamtlänge beträgt nun 8.721,6 m. Der tiefste Punkt ist mittlerweile bei -320,4 m.

Tantscher M.

Moser Chr.

Schöngruber M.

Neudeck St.

Steinmassl H.

496,5

14.1.

Stollen in Neuzeug

Fledermaus Kontrolle. 3 kleine Hufeisennasen gezählt, und bereits an kffö weitergeleitet, der Stollen ist weiter stark vermüllt und teilweise haben sich neue Brocken (Deckenplatten) von der Decke gelöst.

Scheucher T.

Baghdadi A.


11.2.

Hirlatzhöhle

Eine Vorhut startete bereits vom 2. Februar, um den Materialtransport und die Verlagerung der benötigten Ausrüstung zu organisieren. Die Haupttour folgte vom 7.bis 10.Februar, mit Betauchung des Megalodontencanyons.

Unsere Gruppe stieg einen Tag später, Freitag am späten Nachmittag ein, wir marschierten über den vereisten Eingangsbereich, ein Höhlenbach, über Hallen, Schächte durch unterirdische Gewässer und endlos lange Leitern bis zur "HDS" der Halle des Staunens, wo wir unser Biwak für den ersten Tag bezogen. Spät Abend trafen Gottfried Buchegger vom Höhlenverein Hallstatt-Obertraun mit einem Höhlen-Neuling ein, Nici vom Gasthof Hirlatz.

Frühmorgens nach einem ausgiebigen Frühstück ging es zum Grünkogel-Biwak über sie Sahara zur Oase einem Siphon welcher Richtung Wadiland verläuft, welches nur mehr von Höhlentauchern erreicht werden konnte, ehe 2018 eine Trockenverbindung gefunden werden konnte.

Die Gänge führen stetig bergan ehe man plötzlich in ein tiefes schwarzes Loch blickt, dessen senkrechte Wand quert man nur an einer Leine gesichert. Über und unter Blockwerk, durch enge Klüfte hindurch, vorbei an märchenhaften verwitterten Gesteinsskulpturen, versteinerten Megalodonten, Korallen und Kristallen, tief ausgewaschen Kolken erreicht man mitten im Berg die Echokluft und den Grünkogelsee welcher überquert werden muss, ehe wir das gleichnamige Biwak erreichen. Die Echokluft hat einen Wiederhall der annähernd eine halbe Minute nachklingt!

Wenige Minuten nach dem Biwak erklettern wir über Trittklammern und Stifte eine enge Kluft in welcher ein Gang nach unten abzweigt und in einen engen Druckstollen mündet, an dessen Ende eine etwa 6 Meter lange extreme Engstelle liegt, die in eine gigantische Halle mündet welche den Namen Sahara trägt. Hier türmt sich feinster Sand meterhoch auf, auf dessen höchster Stelle ebenfalls ein Biwakplatz eingerichtet wurde. Zweidrittel dieses Sandberges werden jährlich durch gigantische Tauwasser Massen geflutet! Auch ein 270 Meter hoher Schlot Dark Star ragt von hier senkrecht nach oben. Wenige Minuten davon entfernt liegt die Oase dessen Siphon eine Verbindung ins Wadiland bildet jedoch nur mehr durch Tauchgänge erreicht werden kann.

Im Grünkogel Biwak wurde Tauschausrüstung für den Transport nach draußen aufgenommen, vollgepackt ging es zurück, Abends trafen wir im HDS Biwakplatz müde ein. Herr Buchegger verließ uns am selben Abend, jedoch seine Begleiterin entschloss sich spontan eine Nacht anzuhängen! Frühmorgens machten wir uns auf den Weg ans Tageslicht, welches wir genau zur Mittagszeit wieder erblickten.

Scheucher T.

...


23.2.-24.2.

Winterkurs Höhlenrettung OÖ

in Windischgarsten



Hunger A.



27.2.

Reichraminger Bärenlucke

Schon von altersher wird diese Höhle von den Einheimischen Bärenlucken genannt.
In der Legende wurde angenommen, sie führe über viele hunderte Meter unter der Enns durch ans andere Ufer des Flusses. Anstoß zur Neuvermessung der Bärenlucke waren dazumals prähistorische Funde, die oberhalb dieser Höhle gemacht wurden. Am häufigsten im Fundmaterial vertreten waren erwartungsgemäß Geräte und Werkzeuge aus Stein, so wurde hier in Reichraming ein Kratzer, Flach- und Lochbeile gefunden. Der Aufstieg zur Bärenlucke ist vom Reichraminger Friedhof aus ein sehr steiler Anstieg. Direkt oben am Grat unterhalb eines Fels öffnet sich der Eingang in ein Schachtloch, welcher 6 m tief abfällt. Unterhalb des Eingang ist ein zweiter Zugang zum Schacht der sehr Eng ist aber passiert werden kann.

Scheucher T.


2.3.

Labyrinthhöhle im Eisernen Bergl

Die dritte Forschungstour der heurigen Wintersaison begann damit, den zugeschneiten Eingang freizulegen. Nach kurzer Sondierung begannen wir an der Richtigen stellen zu Graben und konnten so den Eingang nach kurzer Zeit freilegen. Auf Grund des verschlossenen Eingangs gab es dieses Mal überhaupt keine Eisbildung im Eingangsbereich. Beim Abstieg zum Forschungsbereich stießen wir in der Abzweighalle (VP 90) zufällig auf einen skorpionartigen Höhlenkäfer, welcher spontan als Fotomodel herhalten musste. Als erster richtiger Programmpunkt stand eine kurze Nachvermessung eines Rundzuges (VP ER6, ER7 und ER10) auf der Agenda, bei dem bei der Dateneingabe festgestellt wurde, dass sich offensichtlich ein Fehler eingeschlichen hatte (große Abweichung). Da wir nun schon im rechten Elefantengang waren, beschlossen wir auch gleich die heutige Forschung in diesem Bereich an deren bisherigen Ende (VP ER38) fortzusetzen. Als Erstes mussten wir uns ein Steilstufe hinauf bohren, um dann mit einem Spreizschritt auf die andere Seite zu queren. Die nächste Steilstufe konnte durch eine Engstelle umgangen werden. Von diesem kleineren Raum zweigen mehrere Fortsetzungen ab, wobei wir vorerst nur die größere nach oben über eine kurze Kletterstelle (Seilversicherung) weiter verfolgten und zur großen Überraschung in eine große Halle gelangten. Hier begannen wir rundherum die Halle zu vermessen und alle weiteren Fortsetzungen vorerst mit Fragezeichen am Plan zu versehen. Den größten horizontalen Seitengang mit ebenen Boden verfolgten wir ein Stück und gelangten zur noch größeren Verwunderung in eine parallele, noch größere Halle. Am Ende dieser Halle setzt wieder ein horizontaler Gang an, der zumindest noch einige Meter ohne einem ersichtlichen Ende erkundet wurde. In Summe brachte der sehr erfolgreiche Forschungstag 367,23 m Neuland und die Erkenntnis, dass die Liste der Fragezeichen schon wieder länger geworden ist.

Die neue Gesamtlänge beträgt nun 9.088,79 m. Der tiefste Punkt bleibt vorerst bei -320,4 m.

Tantscher M.

Neudeck St.

Steinmassl H.

367,2

10.3.

Labyrinthhöhle im Eisernen Bergl

Schon eine Woche nach der letzten Forschungstour starten wir dieses Mal in größerer Gruppe zur vierten Forschungstour der Saison. Ziel ist die Fortsetzung in den zuletzt entdeckten beiden großen Hallen. Christoph und Heli gehen beim Abstieg voraus, um nochmals eine kurze Nachvermessung durchzuführen, da wir beim letzten Mal offensichtlich wieder Probleme mit den Messgeräten hatten. Danach trafen wir uns am Materialdepot in der „P-Halle“ (VP ER53) um die weiteren Aktivitäten abzustimmen. Christoph und Max nahmen sich die offene horizontale Fortsetzung in der zweiten großen Halle (ab VP „ER83“) vor. Dieser eigentlich vielversprechende Gang teilt sich nach etwa 80 Meter auf, wobei die beiden Gänge einen Rundgang bilden. Im Rundgang setzt eine Schlot (ca. 15-20 m) an, der aber nur mit Bohrausrüstung weiter erkundet werden könnte. Horizontal gibt es keine weiteren Fortsetzungen, wodurch wir hier auch schon wieder fertig waren und zur „P-Halle“ zurückkehrten. Nach kurzer Überlegung entschlossen wir uns die offenen Seitengänge in der „P-Halle“ anzugehen, mussten aber nach zwei Messzügen feststellen, das der andere Trupp hier bereits vorbeigekommen ist (Vermessungspunkte). So musste also ein anderes Ziel her und wir versuchten die Route des zweiten Trupps zu rekonstruieren. Da wir in der Fortsetzung der großen „P-Halle“ keinerlei Spuren einer Vermessung fanden, begannen wir in einem Seitengang die Vermessung zurück in die große „P-Halle“ und dann der Halle Richtung Westen folgend. Zum Schluss der Halle geht es steil bergauf, bis zu einer Steilstufe bei der Bohrausrüstung notwendig ist. Ein kurzer Seitengang führt noch um einen Block und endet dann im Blockwerk (noch nicht ganz vermessen). Zusätzlich beginnt noch ein noch nicht erforschter Schacht. Trupp zwei (Heli, Ralf und Stefan) begannen die P-Halle (ab VP „PE1“) in der noch offenen Richtung zu vermessen. Beim ersten Seitengang, der wie üblich nur kurz vermessen werden sollte verschwanden sie aber in einem Seitenbereich mit mehreren kleineren Gängen mit einigen Abzweigungen. Ein Gang führte auch wieder zurück in die „P-Halle“ (bei VP „ER 55“). Nach dem kleinräumigeren Bereich gelangten sie in einen canyonartigen Bereich, der noch ein Stück weiter vermessen wurde. Danach machten sie sich zeitlich bedingt trotz einiger offener Fortsetzungen, welche vorerst als Fragezeichen zurückbleiben, auf den Rückweg in die „P-Halle“. Nach der Vereinigung wurde trotz der bereits fortgeschritten Zeit noch beschlossen die Steilstufe hinaufzubohren. Kurz darauf standen wir in einer ca. 40 m hohen Halle, dem „Pyramidendom“, der noch kurz begutachtet wurde. Es gibt offensichtlich einige Fortsetzungen und bei einem Gang ist gleich die nächste größere Halle zu erkennen. Es bleibt also spannend! Am Rückweg machten wir dann noch ein paar Fotos und Videos in den schönen Gängen. Draußen erwartete uns stürmisches Wetter, was die Skiabfahrt nach Hinterstein aber nur minimal beeinflusste. Um 22.30 Uhr erreichten wir erschöpft, aber wiederum sehr erfolgreich die Talstation der Wurzeralm. Die neue Gesamtlänge beträgt nun inkl. einiger Korrekturen 9.630 m. Der tiefste Punkt bleibt vorerst bei -320,4 m.

Tantscher M.

Moser Chr.

Neudeck St.

Steinmassl H.

Cassebaum R.

542

16.3.

Labyrinthhöhle im Eisernen Bergl

Die Vermessung setzt bei „PE-37“ an. Über den bei der letzten Tour vorbereiteten Aufstieg gelangt man in den beeindruckenden Pyramidendom. Über einen Schuttkegel bei „PE-56“ erreicht man eine angrenzende Halle. Der Vermessung nach bildet diese Halle die Fortsetzung, der Kluft, der Augenstein- Halle. Im Untergeschoss des Pyramidendoms enden die P-Gangteile und gehen über in den Windcanyon. Die Fortsetzungen bei „PE-80“ und bei bei „PE-86“ ließen wir offen und konzentrierten uns nur auf eine Kluft in Richtung Süden unter das Eiserne Bergl. Unsere Tour endete abrupt an einer Engstelle bei „PE-12“. Offensichtlich wird der angenehm begehbare Kluftabschnitt auf einer Länge von 50cm durch Blockwerk blockiert. Wir beschlossen an dieser Stelle umzukehren um später mit Sprengkeilen die unangenehme Stelle zu beseitigen.

Moser Chr.
Schöngruber M.
Neudeck St.
Steinmassl H.


23.3.

Labyrinthhöhle im Eisernen Bergl

Der Schnee war so fest, dass wir mit einer Schussfahrt bzw. Querfahrt sehr nahe zum Eingang kamen und die letzten 5 Min zu Fuß zur Höhle gingen. Das erste mal ohne Felle zum Eingang!

Zuerst erweiterten wir mit den Sprengkeilen den Durchschlupf (Sprengstelle) zwischen „PE12-13“, nach 20 Min war er dann groß genug, um auch mit dem Gurt durchzukommen.
Der Windcanyon vereinigt sich an dieser Stelle mit einem zweiten Canyon. Dieser zweigt bei „PE-13“ unterhalb der Sprengstelle in Richtung Süd-Ost ab und trifft bei „PE-86“ wieder auf den bekannten Teil. Es sind mehrere Stufen ab- und aufzuklettern, mit Gepäck könnte sich dies durchaus schwierig gestalten. Zurück an der Sprengstelle setzten wir die Vermessung wieder bei „PE-13“ fort. Bei „PE-142“ mündet ein Phreatischer Gangabschnitt in den Canyon. Der Canyon verläuft weiter unter das Eiserne Bergl(noch offen). Über Gangabschnitte mit durchschnittlich 2-3m Querschnitt und nur einer trockenen Kriechstelle gelangt man bei „PE-60“ erneut in eine größere Halle. Fortsetzung bei „PE-164“ noch offen. Ein Ast der Halle, beginnend bei „PE-165“ endend bei „PE-186“, reicht bis auf wenige Meter an die Augenstein Halle heran. Durch den mit Blöcken verstürzten Hallenboden bei „PE-168“ gelangten wir erneut bei VP „EP 80“ zurück in den Windcanyon. Die Sprengstelle kann über die großzügigen Gänge, Abzweigung nach Westen bei „PE-80“, umgangen werden.

Moser Chr.
Steinmassl H.


30.3.

Labyrinthhöhle im Eisernen Bergl

Am letzten Betriebswochenende der Wurzeralm starten wir noch einmal zur insgesamt siebenten Tour der heurigen Wintersaison. Nach der neuen komfortableren Frühjahrszufahrt ohne Felle genießen wir noch kurz die Sonne bevor es losgeht. Als Ziel haben wir uns noch einmal den Bereich der Endhalle der Elefantengänge und naheliegender offener Fragezeichen vorgenommen. Beim Abstieg nahmen wir uns die Zeit, um insbesondere in den Elefantengängen einige Fotos zu machen. In der Endhalle begutachteten wir dann die mögliche Fortsetzung, die aber einiges an Arbeit bedürften würde. Zusätzlich ist es in dem Bereich sehr schlammig, was für die Arbeit nicht unbedingt förderlich wäre. Wir belassen es bei der Begutachtung und wer weiß, vielleicht finden wir ja wieder einmal eine Umgehung? Nun machten wir noch einen Abstecher in den Seitengang „Trockener Siphongang“ um die außergewöhnlichen Lehmkacheln zu fotografieren. Danach machten wir uns zur Forschung im nahegelegenen „Elefanten-Untergeschoss“ (VP „EU27“) auf. Dort angekommen teilten wir uns auf, Max und Heli (Trupp 1) starten mit der Vermessung, während Wolfgang und Stefan (Trupp 2) mit den notwendigen Seileinbauten begannen.

Wir (Trupp 1) starten die Vermessung mit dem Seitengang neben dem Schacht, der einen runden Querschnitt aufweist und nach dem ersten Eck etwas niedriger wird. Nach dem zweiten Eck kommen wir zu einer Gabelung. Wir starten mit der ersten kleineren Fortsetzung die nach wenigen Metern in den oberen Bereich eines tief eingeschnittenen Canyons mündet, der vorerst eher schlecht gangbar aussieht. Daher nehmen wir uns die zweite Fortsetzung vor, die uns nach einer Engstelle, bei der etwas trockener Lehm wegzugraben war, ebenfalls in den Canyon führte, aber in einem besser zugänglichen Bereich. Daher folgten wir den Canyon am Boden (z.T. große Wasserlacken) und gelangen nach zwei Biegungen in eine Halle (ca. 30 m hoch), in der der Canyon beginnt (Wasser kommt von oben). Eine Fortsetzung wäre hier nur mit hinauf bohren möglich. So entschlossen wir uns den Canyon in die andere Richtung zu folgen, um die Verbindung mit der ersten Fortsetzung herzustellen. Nach erfolgten Zusammenschluss ließen wir es hier gut sein, womit die Fortsetzung des Canyons vorerst unerforscht bleibt.

Trupp zwei versicherte zuerst eine ungute Querung um zum Schacht, dem eigentlichen Ziel, zu gelangen. Danach wurde die Befahrung des Schachtes (ca. 10 m) eingerichtet. Aus einem größeren Raum setzt nun horizontal ein Canyon an, der teilweise ebenfalls versichert werden musste. Nach einem engen und leider auch sehr lehmigen Durchschlupf gelangen wir wieder in einen größeren Raum der eine Besonderheit aufwies. Aus der Wand kam ein kleiner Wasserfall, dessen Wasser dann einem weiteren Canyon folgte. Dieser Canyon mündet nach kurzer Strecke in einem Schacht/Schlot. Stefan seilte sich hier noch ab, musste aber schnell feststellen, dass die Abseilstrecke nicht ganz ideal gewählt wurde, wodurch es zu einer unfreiwilligen Dusche kam. Unten gibt es, wie könnte es auch anders sein, mehrere Fortsetzungen, die zum Teil wasserführend sind. Da das Bohrmaterial schon zur Neige ging, wurde die trockene Abseilstrecke nicht mehr eingerichtet und der Rückweg zum Treffpunkt (VP „EU27“) angetreten.

Am Rückweg hatte Heli dann noch die Idee, den noch nicht vermessenen Seitengang beim VP „Q115“ zu vermessen, um so die Geschwindigkeitsunterschiede auszugleichen. Dieser Gang ist schon länger bekannt, ist aber immer links liegen geblieben. Dieses Manko wurde nun beseitigt und ein paar Meter Neuland sind es auch. Draußen angekommen erwarteten uns sehr angenehme Bedingungen, was die Skiabfahrt, und insbesondere die Orientierung stark vereinfachte. Somit geht die heurige Winterforschungssaison sehr erfolgreich zu Ende. Die neue Gesamtlänge beträgt nun um die 11.130 m. Der neue tiefste Punkt ist nun bei etwa -350 m. Die genau Auswertung der neuen Daten ist aber noch ausständig und wird beim nächsten Bericht nachgeliefert.

Tantscher M.

Buchbauer W.

Neudeck St.

Steinmassl H.

320

13.4.

Steinbacher Goldloch

Punktgenau stiegen wir zur Höhle auf, und legten unser Augenmerk hauptsächlich auf die Lebewesen der Höhle. Das Wasser ist trotz der erst vor Kurzem zu Ende gegangenen Schneeschmelze sehr gering, schon im niedrigen Gang der ins Innere mäandert treffen wir auf Salamander Larven in mehreren Zwischenstadien, Bandfüßler (polydesmuscollaris) sowie die Höhlenspinne (Meta menardi). In der ersten Kammer eine kleine Hufeisennase, insgesamt konnten wir 5 davon finden. Am Fels ein frischer Name (Adolf Gruber) war bei der letzten Befahrung noch nicht! Über den sehr engen Spalt stiegen wir in die 2. Kammer nach oben, so eng das ich selbst meine Kamera aus der Tasche holen musste, und nach oben reichen, da ich sonst nicht durchgepasst hätte. In Kammer 2 eine größere Wasseransammlung, und sogleich konnte ich überaus viele Höhlenflohkrebse ausmachen. Im seichten Wasser unterhalb der hohen Sinterwand wurden auch einige Fledermaus- knochen gefunden, sowie ein zusammengerollter Tausendfüßler gefunden. Nur wenig Wasser trieft über die glatte Sinterwand, über die alten Eisen wurde ein Seil gespannt jedoch nicht fach- männisch, also von keinem Höhlenforscher, ein kurzer Versuch wurde unternommen über die ca. 10m hohe Sinterwand hinaus zu klettern, jedoch ohne Sicherung erschien uns dies zu riskant!

Scheucher T.

Kollersberger P.


















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